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TV-Tipp: Servicezeit - Schwangerschaft: Von der „guten Hoffnung“ zur Risikoschwangerschaft
Kinderkriegen galt bei früheren Generationen als die natürlichste Sache der Welt, und werdende Mütter sahen dem Ereignis „guter Hoffnung“ entgegen.
Heutzutage mischen sich bei den meisten Sorgen in die Vorfreude. Drei von vier Schwangerschaften gelten inzwischen nämlich als Risikoschwangerschaften. Diese Einstufung ist beinahe zur Regel geworden. Unter anderem gelten werdende Mütter über 35 Jahre als „risikoschwanger“. Gerade diese Altersgruppe wird aber unter den Erstgebärenden immer zahlreicher, denn viele Frauen wollen erst dann ein Kind bekommen, wenn sie eine Ausbildung abgeschlossen und sich in ihrem Beruf etabliert haben.
Die hohe Zahl an Risikoschwangerschaften ist eigentlich ein Paradox, denn noch nie war eine Geburt für Mutter und Kind medizinisch besser überwacht als in unserer heutigen Gesellschaft. Aus der Geburt ist ein hochtechnisierter Prozess geworden, dem engmaschige Vorsorgeuntersuchungen und in vielen Fällen eine gründliche Geburtsvorbereitung vorausgehen. Am Ende wird immer seltener der normale Wehenbeginn abgewartet und stattdessen der Geburtsbeginn beschleunigt. Dabei steigt mit jedem Eingriff in den natürlichen Geburtsverlauf das Risiko weiterer Interventionen. Erst recht gilt das für den sogenannten „Wunschkaiserschnitt“, für den sich immer mehr Frauen aus verschiedensten Gründen entscheiden. Abgesehen von allen Komplikationen, die bei einem Kaiserschnitt auftreten können, gilt jede weitere Schwangerschaft bei diesen Frauen automatisch als Risikoschwangerschaft. Für die Kliniken sind schnelle Geburten und Kaiserschnitte lukrativ. Dagegen sehen die Hebammen, aber auch viele Ärzte, den Trend zur Geburtsbeschleunigung äußerst kritisch.
Sendetermin auf WDR:
Montag, 08. März um 18:20 Uhr

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